
ALLI UF THUN!



Für das Auswärtsspiel am 08.03.2024 in Neuenburg ist ein Extrazug organisiert. Bitte beachten sie, dass der Zug auf der Hinfahrt nicht in Saint-Maurice hält.

Dank Ihrer Unterstützung und Teilnahme an der vom Gradin Nord organisierten Tombola konnten wir insgesamt 9000 Franken sammeln und an das Hilfswerk "les anges de angeline " spenden.

An die treuen Fans des FC Sion:
Es ist so weit! Unsere Mannschaft hat beim Cup-Viertelfinale die Möglichkeit, mit einem Exploit einen weiteren grossen Schritt in einer vielleicht sogar historischen Saison zu machen. Für dieses besondere Spiel treffen wir uns am Donnerstag um 18:45 Uhr vor der Haupttribüne beim Stade de Tourbillon, um die Spieler gebührend zu empfangen und bereits vor dem Spiel anzufeuern. Gemeinsam entfachen wir eine Atmosphäre, die den glorreichen Cup-Spielen im Tourbillon würdig sein wird. Schreien wir unsere Mannschaft zum Sieg!
ALLI ZÄMU VER IISCHI FARBE!


Anbei finden sie die Liste mit den Gewinnerlosen der Tombola. Die Preise können während den verbleibenden Heimspielen der Saison 2023 / 24 an den Tischen vor dem Gradin Nord abgeholt werden oder anderweitig per Kontaktaufnahme via tombola@gradin-nord.ch. Nous remercions tous les participants, ainsi que tous les sponsors des prix, pour leur soutien commun à l’œuvre « Les Anges d’Angeline ».

Behördliche Kollektivstrafen sind im Schweizer Fussball gerade allgegenwärtig. In der aktuellen Runde trifft es die Fans des FC St. Gallen, denen der Zutritt zum Gästesektor in Luzern durch die KKJPD verboten wird. Alleine in den vorangegangenen vier Runden traf es bereits vier Spiele – tausende Fans sollten aus den Stadien ausgesperrt werden. Die Kadenz der Kollektivstrafen nimmt zu und die Behörden handeln zunehmend willkürlich. Alle grossen Schweizer Fanszenen verlassen darum an diesem Wochenende ihre Kurven und Gästesektoren und verfolgen die Spiele in einem anderen Sektor im Stadion.
Die Fans in der Schweiz sind wild, laut und vor allem zahlreich. Die Super League verzeichnete in den letzten Jahren einen grossen Zuwachs an Zuschauer:innen. Saison für Saison werden neue Zuschauer:innenrekorde aufgestellt. Die Fans sind ein wichtiges Element des Erfolgsmodells und der Attraktivität des Schweizer Fussballs. Viele Vereine sind auf die Stadioneinnahmen angewiesen, bei noch mehr Vereinen sind die Fankurven ein wesentlicher Teil des Stadionbesuchs – mag der Fussballsport in der Schweiz nicht immer mitreissend sein, seine Fans sind es oft genug. Sie sind gut organisiert und aktiv, wie kürzlich als sie dazu beitrugen, die Einführung der Playoffs im Schweizer Spitzenfussball zu verhindern.
Nicht alle Facetten der Fankultur werden von allen gleichermassen positiv beurteilt. Während Fahnenmeere, Choreografien, Gesänge und Feuerwerk im Stadion auf viel Wohlwollen treffen, kann dasselbe von der Gewalt, die die Fankultur mitunter begleitet, kaum behauptet werden. Die Debatte darüber ist keineswegs eine neue Debatte, wie auch das Phänomen an sich nicht neu ist. Der 13. Mai 2006, als der FC Zürich vor mehr als 15 Jahren in Basel in letzter Minute den Meistertitel gewann und es daraufhin auf dem Spielfeld zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Spielern kam, ist dafür beispielhaft. Er wurde zu einem wesentlichen Eck- und Wendepunkt für den hiesigen Umgang mit der Fankultur.
Nach diesen Ereignissen folgte eine Reaktion der Vereine, Liga und Behörden, die seither im Wesentlichen auf zwei Elemente setzte – Repression seitens der Sicherheitsbehörden, Dialog seitens der Vereine und Liga. Zugleich intensivierte sich die Reflektion unter den organisierten Fanszenen, eine Selbstregulierung setzte ein, die mit dazu beitrug, dass sich die Situation im und um das Stadion weitestgehend beruhigte. Ausnahmen dazu gab und gibt es. Aber sie sind nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Während jedoch die Selbstregulierung der Kurven im Stillen wirkt, sich in ausbleibenden Ereignissen niederschlägt und folglich keine Bilder und Videos produziert, werden umgekehrt die Bilder der Ausnahmen dramatisiert und aufgebauscht – Schuld sind stets die Fans, Gegendarstellungen wie etwa durch die Fanarbeit (wie beim Spiel GC – BSC Young Boys) werden medial kaum je gleichermassen ernsthaft aufgenommen und wiedergegeben wie die Behauptungen der Sicherheitsbehörden.
Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektor:innen (kurz: KKJPD) hat nun seit Beginn dieser Saison die Repressionsschraube gegen Fussballfans massiv angezogen. Die Vereine und Liga werden zu Statist:innen degradiert, während Hardliner:innen aus den einen Kantonen den Vereinen in den anderen Kantonen die Schliessung ihrer Stadionsektoren verfügen. Es ist eine Eskalation ohne jede Not. Selbst die Forscher:innen, die sich mit Gewalt im Sport beschäftigen und die Massnahmen der KKJPD evaluieren, bescheinigen dem Schweizer Fussball ein ausserordentlich tiefes Niveau der gewalttätigen Ereignisse, wenn man sie in ein Verhältnis zu vergangenen Saisons setzt. Und dies wohlgemerkt in einer Zeit, in der stets mehr Fans in die Stadien strömen.
Die Eskalation der KKJPD führt in die Sackgasse. Die gemeinsamen Aktionen der Fans an den vergangenen Spieltagen zeigen auf, wie leicht die Massnahmen der KKJPD umgangen werden und ins Leere laufen. Ihre Massnahmen sorgen einzig für mehr Unruhe und Kosten. Immer mehr Repression wird es nicht richten, der Griff zu den immer selben Rezepten aus dem Repressionsarsenal, die in den vergangenen Jahren immer wieder ihre Unwirksamkeit bewiesen haben, wird die Lage nicht bessern. Wer sich ernsthaft mit der Fankultur auseinandersetzen will, muss weg von Nulltoleranz, Befehl und kollektiver Erpressung via kollektiver Strafe und zurück zu Augenmass, Pragmatismus und Dialog – wie es im Übrigen seit vielen Jahren erfolgreich zwischen Fans und Vereinen praktiziert wird.
Die Kollektivstrafen betreffen alle Fans im Stadion. Macht die KKJPD so weiter wie nach dem Spiel zwischen dem FCZ und dem FC Basel vor drei Wochen, als nach Ereignissen weit ausserhalb des Stadions und weit nach Spielende kurzerhand die Zürcher Südkurve gesperrt wurde, kann es gut und gerne aus nichtigen Gründen alle Sektoren aller Stadien aller Vereine treffen. Die Kollektivstrafe zielt auf alle, um einzelne zu treffen, was umgekehrt heisst, dass sich das Verhalten einiger weniger für alle einschneidend auswirken kann. Es ist eine behördliche Erpressung und eine schlechte noch dazu – als könnte überhaupt irgendwer oder irgendwas eine absolute Garantie für das totale Ausbleiben aller missliebiger Ereignisse ausstellen, ob im Sport oder sonstwo in unserer Gesellschaft. Die Vision einer totalen Nullrisikogesellschaft hat nichts mit der Realität zu tun, öffnet aber Tür und Tor der behördlichen Willkür. Weil das unrealistische Versprechen nicht gehalten werden kann, braucht es stets mehr behördliche Massnahmen, die stets nie genügend erreichen, weil eben doch immer irgendwo irgendwas geschieht, weshalb es dann eben wiederum stets mehr behördliche Massnahmen braucht. Es ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung der Sicherheitsbehörden.
Bei der KKJPD herrscht eine verschobene Wahrnehmung bezüglich der gegenwärtigen Lage im Schweizer Fussball. Erst recht ist ihre Wahrnehmung bezüglich der Wirksamkeit ihrer Massnahmen verschoben. Auch wir Fanszenen können uns verschieben – und verfolgen an diesem Wochenende, wenn in Luzern der Gästesektor geschlossen bleibt, schweizweit die Spiele dieser Runde ausserhalb der ansonsten üblichen Kurven und Gästesektoren. Wenn man die Fankurven aus den Stadien treiben will, tragen wir die Kurven in weitere Teile des Stadions. Wir wollen mit dieser Aktion anregen, was die Kollektivstrafen der KKJPD für den Schweizer Fussball und seine Fans bedeuten. Wir wollen uns als Fans austauschen, mit allen im Stadion, von den Logen zu den Tribünen, von den Alteingesessenen zu den Familien, von jenen, die ihre Hände verwerfen, wenn die Kurve wieder zündet, bis zu jenen, die früher selbst in den Kurven standen. Und wir wollen unmissverständlich klarmachen: Uns Fans wird man aus den Stadien nicht vertreiben.
AUF KOLLEKTIVSTRAFEN FOLGEN KOLLEKTIVE ANTWORTEN!
Szene Aarau, Canton Baden, Muttenzerkurve Basel, Ostkurve Bern, KOP SUD LAUSANNE, Curva Nord Lugano, USL (Luzern), Tribune Neuch’, Gradin Nord (Sion), Espenblock St. Gallen, Block Süd (Thun), Bierkurve Winterthur, Zürcher Südkurve, Sektor IV GC Züri


Es war nie unser Plan, nach Bern zu reisen. Der gemeinsame Aufruf der Schweizer Fanszenen und die darauffolgenden Reaktionen zeigen auf, dass die von der KKJPD vorangetriebene Eskalationsspirale eine Sackgasse ist. Die Spirale kann nur durch einen Schritt zurück zum bewährten Umgang mit Fussballfans wie in den vergangenen Jahren wieder verlassen werden.
In den letzten Tagen wurde eine allfällige Eskalation in Bundesbern heraufbeschworen und der Sicherheitsapparat kam ins Rollen. Alles für nichts. “Ob am Samstag nun Tausende nach Bern reisen oder niemand - nur schon die Ankündigung sorgt für einen enormen Aufwand der Sicherheitsbehörden" – die medialen und behördlichen Reaktionen zeigen, dass es in der aktuell festgefahrenen Situation nur sehr wenig braucht, um grosse Unruhe zu stiften. Mehraufwand und weniger Sicherheit – das sind die Folgen des Werks politischer Hardliner:innen.
Wir Fanszenen reflektieren uns immer wieder selbst – auch öffentlich – und haben so in der Vergangenheit unseren Teil dazu beigetragen, dass sich eine insgesamt stabile Situation rund um Fussballspiele in der Schweiz nicht in eine Eskalationsspirale wandelt. Auf Behördenseite geschieht genau das Gegenteil. Anstatt auf Augenmass und Pragmatismus wird auf Nulltoleranz und Befehl um jeden Preis gesetzt. Reto Nause selbst macht den Zweck der Kollektivstrafen öffentlich: «Mir wäre auch lieber, es bräuchte keine Kollektivstrafen, dafür müssten sich aber die Täter stellen». Kollektive Erpressung – eine Blamage für den Rechtsstaat.
Weder Clubs, Liga noch die lokalen Stellen der Fanarbeit werden gegenwärtig ernsthaft oder überhaupt noch mit einbezogen, wenn es um die Fankultur geht - von Dialog auf Augenhöhe kann keine Rede sein. Die aktuelle Vernehmlassung des auf Eskalation setzenden und von der KKJPD entwickelten Kaskadenmodells ist eine Farce. Die darin enthaltenen Massnahmen werden seit Beginn der laufenden Saison auf Druck der Repressionsbehörden bereits umgesetzt und zwar im zunehmenden Masse, weil sie das Gegenteil von dem bewirken, was sie versprechen. Das Kaskadenmodell ist eine selbsterfüllende Prophezeiung der kantonalen Justiz- und Polizeidirektor:innen.
Dabei wäre es ganz einfach: Alles was es braucht, um die Eskalationsspirale zu verlassen, ist die Wiederherstellung und Weiterentwicklung des etablierten Umgangs mit Fussballfans der letzten Jahre, welcher eine insgesamt stabile Situation schuf. Wir sind bestrebt, den bewährten Weg weiter zu gehen und die Selbstregulierung weiter zu stärken. Zugleich werden wir nicht zulassen, dass die Fankultur in der Schweiz ohne Weiteres durch Hardliner:innen in die Knie gezwungen werden soll. Noch sind wir nicht nach Bern gefahren. Aber was nicht war, kann noch werden.
AUF KOLLEKTIVSTRAFEN FOLGEN KOLLEKTIVE ANTWORTEN!
Seit Beginn der laufenden Saison haben die Behörden schweizweit eine Eskalationsspirale in Gang gesetzt, indem sie im Umgang mit Fussballfans auf Nulltoleranz und Kollektivstrafen setzen. Dem sagen wir Schweizer Fanszenen gemeinsam den Kampf an!
Nach den vergangenen Aktionen, wie zuletzt die Spielunterbrechungen durch Rauch am letzten Spieltag, tragen wir unseren Unmut am Samstag in die Bundeshauptstadt. Am kommenden Wochenende stehen nämlich gleich zwei Kollektivstrafen an. Eine davon beim Spiel YB gegen GC in Bern, wo mit Sicherheitsdirektor Reto Nause einer der treibenden Kräfte dieser Eskalationsstrategie seit längerem jegliches Augenmass verloren hat - nicht nur im Umgang mit Fussballfans.
Auf Kollektivstrafen folgen kollektive Antworten: Am Samstag alle nach Bern!